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          Islandhunde
      "frá Bjarkarlundi"

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Schulprogramm, Schulhunde

 Wie kam es zu der Idee.

  Sobald die Kinder meiner Klasse erfuhren, dass ich einen Hund habe, formulierten sie den Wunsch, dass mein Hund
 Dóni sie in der Klasse besuchen solle. Erste Besuche zeigten, dass dieser Kontakt von den Kindern und dem Hund
 gut bewältigt wurden.

 Nun begannen die Kinder im Rahmen von Verstärkerplänen, sich diese Besuche gemeinschaftlich zu erarbeiten, so
 dass Dóni häufiger die Klasse besuchte und auch an Wandertagen teilnahm.

 Angeregt durch das starke Interesse der Kinder wurde aus dem Projekt „Besuchshund in der Schule“ das Projekt
 "Schulhund für die Astrid Lindgren Schule".

  Tiergestützte Pädagogik/Schulhund 

 Die positiven Effekte des Zusammenlebens von Mensch und Tier sind seit langem bekannt und werden in letzter Zeit
 immer häufiger auch im therapeutischen und pädagogischen Rahmen genutzt.

 Neuere Forschungen haben ergeben, dass durch den Einsatz von Tieren besonders im sozio-emotionalen Bereich
 Entwicklungen angestoßen, unterstützt oder beschleunigt werden können.

 Die regelmäßige Anwesenheit eines Hundes in der Klasse …

*      stärkt das Gemeinschaftsgefühl.

*      fördert Rücksichtnahme, Empathie und Sensibilität, somit die sozio-emotionale Kompetenz.

*      unterstützt die Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit.

*      lässt Kinder Ängste überwinden und Verantwortung übernehmen.

*      erweitert die Handlungskompetenz.

*      fördert Konzentration, Aufmerksamkeit und Wahrnehmung.

*      schult die Gedächtnisleistung.

*      schult Fein- und Grobmotorik, Gleichgewichtssinn und Orientierung im Raum

*      sorgt für gute Laune.


Freude 1

 Diese positiven Effekte erreicht man nicht bei vereinzelten Besuchen, da diese immer eine Ausnahmesituation
 darstellen. Sie werden nur bei regelmäßiger Anwesenheit des Hundes in der Klasse erreicht
.

  Voraussetzung eines Schulhunde-Teams

 Der Schulhund tritt immer mit seiner Besitzerin als Team auf. Dies gewährleistet, dass keine unsicheren oder
 gefährlichen Situationen mit dem Hund entstehen. Da die Besitzerin ihren  Hund gut kennt (problematische
 Situationen, Stresslevel beim Hund usw) und ausgebildet hat, kann sie durch entsprechende Kommandos oder
 Regelungen Situationen so gestalten, dass sich Hund und Kinder wohlfühlen. Sie sollte den Hund seinem Wesen gemäß
 einsetzen.

 Unsere Schule hat sich der „Freiwilligen Selbstverpflichtung“ des Fachkreises „Schulhund“ unterworfen. Das
 bedeutet, dass die Schulhundeteams sich regelmäßig fortbilden und von kompetenten Hundeausbildern beurteilen
 lassen.

 Der Hund soll eine enge Bindung an die Hundebesitzerin und ein ausgeglichenes Wesen haben. Er sollte zum einen
 einen guten Grundgehorsam, zum anderen aber auch über eine gewisse Selbständigkeit verfügen. Seine
 Körpersprache sollte deutlich und ausgeprägt sein.

  Formale Voraussetzungen zum Einsatz von Schulhunden

 Der Einsatz von Schulhunden muss zunächst in den wichtigen Schulgremien beschlossen werden. Ein erarbeitetes
 Konzept steht zur Entscheidungshilfe zur Verfügung.

 Desweiteren wird ein Hygieneplan für die Schule (welche Räume darf der Hund nicht betreten,…) und für die Klassen
 (Möglichkeiten zum Händewaschen, Gerätschaften um Verschmutzungen zu Entsorgen,…) erstellt.

 In den Klasse werden Ruhezonen für den Hund eingerichtet.

 Alle Beteiligten werden über den Einsatz der Schulhunde informiert eventuell erforderliche Verhaltensmaßregeln
 werden mitgeteilt.

 Die Klasse erarbeitet sich im Unterricht über das Thema „Hund“ die notwendigen Kompetenzen und bereitet sich so
 auf das „Zusammenleben“ mit einem Hund vor.

 Was bewirken Schulhunde in der Klasse (Eindrücke)

 Je nach ihrem Wesen bewirken Schulhunde unterschiedliche Dinge in der Klasse.

 Dóni zum Beispiel ist kein Kuschel- oder Schmusehund, sonder zeigt körpersprachlich sehr deutlich seine Grenzen.
 Kinder, die eine Annäherung erreichen wollen, müssen sich also angemessen und einfühlsam verhalten.


Streicheleinheiten

 Dafür arbeitet er sehr gerne mit den Kindern. In diesen Phasen lässt er sich voll und ganz auf sie ein und trainiert
 so ihre Wahrnehmung, Konzentration und Frustrationstoleranz.

           
                       Arbeit 1                           Arbeit 2                             Arbeit 3

 Andere Hunde sind eher „schmusig“ und schulen so einen angemessenen Körperkontakt bei den Kindern. Sie
 ermöglichen Kindern, die häufig in Konflikte geraten eine positive Kontaktaufnahme. Diese erfahren hier eine
 Akzeptanz, die sie bei anderen Kindern so nicht erhalten. Dies ist außerordentlich förderlich für das
 Selbstwertgefühl.

 
Vertrauen

 Lebhafte Hunde fordern Kinder zu körperlichen Aktivitäten heraus. Sie bringen sie dazu sich zu bewegen und
 Fähigkeiten zu üben, die sie sonst oft scheuen (Ball fangen,…)

                    
                           Twister 1                                        Twister 2

 Diese Liste ließe sich weiter fortsetzen (s. Tiergestützte Pädagogik).

 Es muss noch erwähnt werden, dass die positiven Einflüsse der Hunde nicht nur in den Klassen spürbar sind. Auch im
 Lehrerzimmer oder im Sekretariat sorgen sie für Freude und Bewegung.

  Einsatz der Schulhunde an der ASTRID LINDGREN SCHULE

 An der ASTRID LINDGREN SCHULE „arbeiten“ zurzeit zwei Schulhunde, ein Dritter ist in Ausbildung.
 Die Hunde begleiten ihre Besitzerinnen an mehreren Tage in der Woche in den Unterricht (diese Tage werden in
 jeder Klasse festgelegt). Dort nehmen sie am Unterrichtsalltag teil,

                    
                                               Unterricht                                                                       Malen

können aber auch in kleinen Fördergruppen zu speziellen Schwerpunkten mit den Kindern arbeiten. 


Ruhe

 Die Hunde besuchen mit ihren Besitzerinnen auch die anderen Klassen in ihrem Aufgang, damit alle Kinder, die in
 direkten Kontakt mit den Hunden kommen können entsprechend darauf vorbereitet sind.

 Auf Wunsch kommen die Hunde mit ihren Besitzerinnen auch in Klassen, die im Sachunterricht gerade das
 entsprechende Thema bearbeiten.

 Ausblick

 Die Schulhunde der ASTRID LINDGREN SCHULE haben in der Schule, aber auch im Wohngebiet eine große
 Akzeptanz. Die Hunde in der Schule sind schon fast Normalität geworden  und auch auf den Straßen werden sie
 immer wieder erkannt. Es hat einige Jahre gedauert, um diese Normalität zu erreichen. Dieser Prozess ist auch
 noch nicht abgeschlossen. Eine Beständigkeit ist notwendig, damit die „Arbeit“ der Hunde weiter sinnvoll
 durchgeführt und ihre Effektivität noch gesteigert werden kann.

 Der gezieltere Einsatz der Hunde in Fördergruppen (Wahrnehmung, Konzentration, soziale Kompetenz, ..) könnte
 noch ausgebaut werden.

 Aufgrund der Größe der ASTRID LINDGREN SCHULE wäre es durchaus möglich und sinnvoll, dass bei Interesse
 weitere Schulhundeteams zum Einsatz kommen.

 


Freude 2

 Erklärungen  zu den Fotos:

 

 "Freude 1":  Ein Mädchen mit muslimischen Hintergrund hat seine Scheu überwunden und mit Dóni gearbeitet. Als Dóni das erste Mal eines ihrer Kommandos ausführt ist ihre Freude sichtlich groß.
 
  "Streicheleinheiten": Diese Situation fordert Dóni einiges ab, daher findet sie auch nie in Abwesenheit der Lehrerin statt und wird auch relativ kurz gehalten. Für die Kinder war dieses gemeinsame Streicheln aber eine wichtige Erfahrung.
 
  "Arbeiten 1":  Das Kommando „Sitz!“ wird sowohl in Hör- als  auch in Sichtzeichen korrekt gegeben, so dass Dóni es versteht und richtig umsetzen kann.
 
  "Arbeiten 2":  Die „unsichtbare Leine“ erfordert von Kind und Hund ein großes Maß an Konzentration. Lässt diese beim Kind nach, geht Dóni sofort aus dem Kommando. Nach einigen Sitzungen gelingt es den Kindern schon eine recht lange Strecke zurückzulegen und sogar Übungen in diesen Weg einzubauen.
 
  "Arbeiten 3": Auch das Belohnen zum richtigen Zeitpunkt und in angemessener Art und Weise will gelernt sein.
 
  "Vertrauen": Das Mädchen, das Dóni sein Leckerchen gibt zeigt auf der einen Seite ein großes Maß an Vertrauen in den Hund, indem es eine solche Nähe zu lässt. Gleichzeit bekommt es, obwohl es normalerweise nicht so hohes Ansehen in der Klasse genießt, Anerkennung von den anderen, dass sie diese Übung machen darf und kann. Für Dóni macht der Status der Kinder in der Klasse keinen Unterschied. Wenn sie sich richtig verhalten, bringt er allen Anerkennung und Zuwendung entgegen. Das ist sehr gut für das Selbstbewusstsein.
 
  "Twister 1-2":  Wenn Dóni bei dem Spiel Twister „mitspielt“ und Farbpunkte blockiert, stellt dies an die Kinder ganz neue Herausforderungen; neue Bewegungsformen und viel Rücksichtnahme auf den Hund.
 
  "Unterricht": In den meisten Unterrichtsphasen kann und darf Dóni nicht aktiv sein, um die Kinder nicht vom arbeiten abzulenken. Er liegt dann, wie ein ganz normaler Familienhund da, schläft und wartet darauf, dass wieder etwas passiert. In der Zwischenzeit stört er aber nicht.
 
  "malen": Im Sachunterricht und auch in Kunst dient Dóni  als Modell, um Erkenntnisse zu erlangen, wie so eine Hundepfote denn aussieht oder wie man einen Hund richtig malt.
 
  "Ruhe": Der Junge auf dem Foto ist sehr lebhaft, unruhig und teilweise auch aggressiv. Durch das Streicheln kann er zur Ruhe und Entspannung kommen. Dies sogar in einer Art und Weise, die Dóni dazu bringt, sich von ihm auch über einen längeren Zeitraum streicheln zu lassen.
 
  "Freude 2":   „Sich legen wie ein Hund“ erfordert eine gute Beobachtungsgabe stellt aber auch besondere Herausforderungen an die Motorik. Gleichzeit ist Rücksichtnahme unbedingt nötig. Das Gelingen und die Nähe zu Dóni bereiten allen Beteiligten Freude.

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